Ich will euch Nachricht geben

Wirklich, ich lebe in finsteren Zeiten.
Das sorglose Wort ist töricht.
Eine glatte Stirn deutet auf Unempfindlichkeit hin.
Der Lachende hat die furchtbare Nachricht nur noch nicht empfangen.

Berthold Brecht: „An die Nachgeborenen“

In „Die Zeit“ gibt es heute einen Artikel, der mich zu Tränen gerührt hat. Norbert Blüm erzählt über seine Nacht im Flüchtlingslager Idomeni in Griechenland.

Mein Gott…was für ein Elend, was für eine Not. Wie gut wir „Reichen“ es doch haben. Ich hoffe so sehr, dass ich bzw. wir, niemals in so eine Situation kommen werden, wo wir vor dem Krieg, dem Mord, der Folter fliehen müssen und der Willkür, der ach so großen, Politiker ausgesetzt sind.

Ich kann den Artikel leider nicht verlinken, weil es ihn online noch nicht gibt.

Die Krönung bringen momentan aber „Die Ärzte ohne Grenzen“. Die Tagesschau meldet:

Ärzte ohne Grenzen stellt Arbeit im Hotspot auf Lesbos ein – wegen des EU-Abkommens mit der Türkei.

12512348_10154035534524407_2464667679034879913_nQuelle: Tagesschau via Facebook

Einerseits mögen Sie Recht haben, Frau Ingres, andereseits machen Sie sich schuldig am evtl. Tod tausender hilfesuchender Flüchtlinge. Die Menschen zählen und hoffen auf Sie und Sie überlassen sie sich selbst…„Nach uns die Sinnflut“ ist nicht die richtige Einstellung.

MANCHMAL SCHÄME ICH MICH DAFÜR, DASS ES MIR UND MEINEN LIEBEN SO GUT GEHT. Wir jammern und schimpfen über Kleinigkeiten, über banale Dinge und andere Menschen sterben, ja verrecken vor unserer Haustüre. Armes Europa, arme Welt.

2 Kommentare zu “Ich will euch Nachricht geben

  1. Das Krasse für mich ist immer, dass ich in meinem Nichtpolitikwissen glaube, dass die Sache doch recht einfach behoben werden kann. Keine Waffenlieferungen mehr in diese Kriegsländer, Hilfe vor Ort und Gelder vor Ort statt um jedes Milliönchen wochenlang in Anzug und Krawatte zu verhandeln ohne nennenswertes Ergebnis… und dann überall Zäune hochziehen – gibt es noch Schlimmeres? Wo kommen wir denn da hin, wenn wir alle die Schotten dicht machen?!

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  2. Kann dir nur zustimmen.

    Und ich schließe mich mit Brechts Worten aus der dritten Strophe an.
    Ich kann nur hoffen, dass unsere Kinder und Enkel uns verzeihen, dass wir nicht verhindern konnten, was da abgeht:

    „Ihr, die ihr auftauchen werdet aus der Flut
    In der wir untergegangen sind
    Gedenkt
    Wenn ihr von unseren Schwächen sprecht
    Auch der finsteren Zeit
    Der ihr entronnen seid.

    Gingen wir doch, öfter als die Schuhe die Länder wechselnd
    Durch die Kriege der Klassen, verzweifelt
    Wenn da nur Unrecht war und keine Empörung.

    Dabei wissen wir doch:
    Auch der Haß gegen die Niedrigkeit
    verzerrt die Züge.
    Auch der Zorn über das Unrecht
    Macht die Stimme heiser. Ach, wir
    Die wir den Boden bereiten wollten für Freundlichkeit
    Konnten selber nicht freundlich sein.

    Ihr aber, wenn es so weit sein wird
    Daß der Mensch dem Menschen ein Helfer ist
    Gedenkt unserer
    Mit Nachsicht. „

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